Reisekrankheiten
Wenn ein Hund Mittelmeer- oder auch Reisekrankheiten hat, klingt das für den Laien meist wie ein unüberwindbares Hindernis - ein absolutes No-Go für Interessenten. Sich Wissen darüber anzueignen und wie zu (be-)handeln ist, bedeutet für viele Überforderung und ist zeitlich schlichtweg kaum händelbar. Daher stehen wir von Minute Eins an sowohl Pflegestellen, als auch Adoptanten mit Rat und Tat zur Seite.
Unser Verein ist unter anderem Mitglied bei Parasitus Ex e.V. Dieser Verein verfügt über fundiertes Spezialwissen und kann zudem bei der Suche nach einem geeigneten Tierarzt in deiner Region behilflich sein.
Leishmaniose
Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit, die sowohl bei Tieren als auch bei Menschen auftreten kann.
Sie wird durch die Sandmücke übertragen und kommt im gesamten Mittelmeerraum vor. Bisher wurde keine direkte Übertragung von Tier zu Tier oder von Mensch zu Tier nachgewiesen.
Die Inkubationszeit kann zwischen zwei Monaten und mehreren Jahren liegen.
Bei Tieren, die positiv auf Leishmaniose getestet wurden, treten häufig keine Symptome auf, was bedeutet, dass sie infiziert sind, ohne krank zu sein.
Es gibt zwei Hauptformen der Erkrankung: die viszerale und die kutane Form.
Viszerale Form: Diese betrifft die inneren Organe wie Nieren, Leber, Milz und Darm. Symptome können Fieberschübe, Durchfälle, Trägheit, Appetitlosigkeit und Blutarmut sein.
Kutane Form: Diese Form betrifft hauptsächlich die Haut. Es zeigen sich schuppende, haarlose Stellen, zum Beispiel am Nasenrücken, den Ohrspitzen oder um die Augen. Außerdem kann es zu starkem Krallenwachstum kommen, verbunden mit entzündeten Krallenbetten. Wenn die Erkrankung unbehandelt bleibt, können sich die Hautveränderungen auf den ganzen Körper und die Pfoten ausbreiten.
Diagnose: Die Erreger der Leishmaniose können durch eine Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Alternativ können auch Lymphflüssigkeit oder Knochenmark entnommen werden.
Therapie: Wenn ein Hund positiv getestet wurde, hängt die Behandlung von den vorhandenen Symptomen ab. Zeigt der Hund keine Anzeichen einer Erkrankung, ist meist keine Behandlung notwendig, da viele Hunde aus dem Süden ein starkes Immunsystem haben. Bei behandlungsbedürftigen Fällen kommen Medikamente in Tablettenform zum Einsatz, und bei schweren Fällen können auch Infusionen notwendig sein. In hartnäckigen Fällen ist eine Langzeittherapie erforderlich.
➜ Wichtig ist: Leishmaniose ist kein Todesurteil für den Hund!
Prophylaxe: Zum Schutz vor der Krankheit kann beispielsweise ein Scalibor Protectorband verwendet werden.
Ehrlichiose
Ehrlichiose ist eine Krankheit, die von der braunen Hundezecke übertragen wird.
Sie kommt im ganzen Mittelmeerraum vor. Nach einer Infektion dauert es meist wenige Tage bis zu drei Wochen, bis die Krankheit sichtbar wird.
Symptome:
In der akuten Phase verläuft die Krankheit oft unbemerkt. Wenn ein Hund sich mehrfach infiziert, kann die Krankheit aber schlimmer werden. Dann zeigt der Hund zum Beispiel: kein Interesse am Futter, Nasenbluten, kleine Blutungen auf den Schleimhäuten (z.B. im Maul), Krampfanfälle oder Lähmungen.
In der chronischen Phase ähneln die Symptome denen der akuten Phase, aber der Hund kann auch abmagern, mehr bluten oder Nasenbluten haben. Manchmal sieht man auch Blut im Kot oder geschwollene Beine, was aber seltener vorkommt.
Diagnose:
Die Erreger können ab etwa dem 20. Tag nach der Infektion durch eine Blutuntersuchung nachgewiesen werden.
Behandlung:
Meist werden Antibiotika für 3 bis 4 Wochen gegeben. Wenn das Knochenmark nicht betroffen ist, kann der Hund meistens vollständig wieder gesund werden.
Vorbeugung:
Um die Krankheit zu vermeiden, sollte man regelmäßig den Hund auf Zecken kontrollieren und Zecken sofort entfernen.
Babesiose
Babesiose ist eine Krankheit, die von bestimmten Zecken übertragen wird, nämlich der braunen Hundezecke und der Auwaldzecke.
Sie kommt im Mittelmeerraum, in vielen europäischen Ländern und sogar in Süd-Deutschland vor.
Inkubationszeit:
Nach einer Zeckenstich dauert es nur wenige Tage bis zu 3 Wochen, bis die ersten Symptome auftreten.
Symptome:
Übelkeit, hohes Fieber, Schwäche
Die Krankheit kann in zwei Formen verlaufen: akut und chronisch.
Akute Form: sehr hohes Fieber, schlechter Allgemeinzustand, Schwäche, Blutarmut
Nierenprobleme, vergrößerte Milz
Chronische Form: Hunde mit chronischer Babesiose bekommen öfter hohes Fieber oder sind zwischendurch sehr schwach. Manche Hunde zeigen aber überhaupt keine Symptome, obwohl sie die Erreger in sich tragen.
Diagnose:
Die Erreger können durch eine Blutuntersuchung nachgewiesen werden.
Behandlung:
Die Behandlung sollte schnell beginnen. Meist bekommt der Hund zwei Injektionen im Abstand von zwei Wochen oder Tabletten mit Antibiotika für etwa 3 bis 4 Wochen.
Vorbeugung:
Um die Krankheit zu vermeiden, ist es sehr wichtig, den Hund nach Spaziergängen auf Zecken zu untersuchen und die Zecken sofort zu entfernen. Außerdem helfen Zeckenmittel, die Zecken abzuwehren oder abzutöten.
Filariose
Filariose ist eine Krankheit, die hauptsächlich Hunde betrifft, aber auch Katzen und manchmal Menschen.
Sie wird durch weibliche Stechmücken übertragen, die die Larven der Herzwürmer (sogenannte Mikrofilarien) auf den Wirt (also das Tier oder den Menschen) übertragen.
Diese Larven wandern zunächst in die Haut und Muskulatur, gelangen dann ins Blut und setzen sich meist in der rechten Herzkammer des Herzens fest.
Inkubationszeit: Die Krankheit entwickelt sich über mehrere Wochen bis Monate.
Symptome: Die Reaktion der Tiere auf die Mikrofilarien ist unterschiedlich, häufig treten jedoch Husten, Schwäche, Atemnot, Gewichtsverlust, Hauterhebungen und Ekzeme auf.
Diagnose: Um die Larven nachzuweisen, wird eine Blutprobe untersucht, zum Beispiel durch den Knott-Test. Allerdings kann der Nachweis frühestens nach etwa 6 Monaten erfolgen, da die Larven erst dann im Blut sichtbar sind.
Behandlung: Die Behandlung dauert meist lange, weil alle Entwicklungsstadien der Herzwürmer abgetötet werden müssen. Es kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz, die allerdings Nebenwirkungen haben können, zum Beispiel ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen). Bei starkem Befall ist manchmal auch eine Operation notwendig, um die Würmer aus dem Herzen zu entfernen.
Vorbeugung: Wenn du mit deinem Tier in eine Gegend reist, in der Dirofilariose vorkommt, solltest du vorher mit deinem Tierarzt sprechen.
In der Regel erhält dein Tier eine medikamentöse Behandlung eine Woche vor der Reise und für mindestens 2-3 Monate danach, um es bestmöglich zu schützen.
Hepatozoonose
Hepatozoonose ist eine Krankheit, die vor allem in Süd- und Zentralspanien, Portugal, den Kanarischen Inseln sowie manchmal in Griechenland, Italien und Frankreich vorkommt.
Die Krankheit wurde ursprünglich aus Afrika in die Mittelmeerregion eingeschleppt. Sie wird durch das Verschlucken von braunen Hundezecken übertragen. Besonders junge und geschwächte Hunde sind anfällig dafür.
Die Erreger dringen durch den Darm in den Körper ein und gelangen über Blut und Lymphe in Organe wie Milz, Leber, Knochenmark, Muskeln und Lunge.
Dort setzen sie sich fest und verändern die Organe.
Symptome: Hunde mit Hepatozoonose können Fieber bekommen, haben keinen Appetit, sind schwach, haben Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten oder blutigen Durchfall.
Behandlung: Es gibt derzeit kein festes Behandlungsschema. Die Prognose ist unsicher: Manche Hunde erholen sich spontan, andere sterben daran.
Wichtig zu wissen: In den Wintermonaten Dezember und Januar kann die Krankheit nicht nachgewiesen werden, weil die Zecken in dieser Zeit ruhen.
Wenn also ein Hund Symptome zeigt, die auf Hepatozoonose hindeuten, aber der Test in dieser Zeit gemacht wurde, kann das Ergebnis falsch negativ sein.
Außerdem tritt Hepatozoonose oft zusammen mit anderen Infektionen auf.
Deshalb ist es bei der Diagnose wichtig, die Reise- und Herkunftsgeschichte des Hundes genau zu kennen.
Anaplasmose
Anaplasmose ist eine durch Zecken übertragbare Infektionskrankheit, die für Hunde lebensgefährlich sein kann. Der Erreger ist ein Bakterium, das hauptsächlich durch den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) übertragen wird. Da es keine Impfung gibt, ist ein konsequenter Zeckenschutz der einzige Weg, Ihren Hund vor Anaplasmose zu schützen.
Die beiden Hauptformen der Anaplasmose (granulozytäre und thrombozytäre Anaplasmose) betreffen unterschiedliche Zellen und können auch in den Symptomen variieren.
Granulozytäre Anaplasmose:
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Befällt vor allem die Granulozyten, eine Art der weißen Blutkörperchen, die für die Immunabwehr eine Schlüsselrolle spielen.
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Häufige Symptome sind Fieber, Lethargie, Appetitlosigkeit und Gelenkschmerzen, manchmal auch neurologische Störungen.
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Übertragung durch den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus).
Thrombozytäre Anaplasmose:
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Befällt hauptsächlich die Thrombozyten (Blutplättchen), die auch bei Hunden für die Blutgerinnung und Wundheilung verantwortlich sind.
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Häufige Symptome sind Fieber, Lethargie, Blutungen und Blutarmut (Anämie).
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Eine Infektion mit Anaplasma platys verläuft beim Hund - anders als bei einer Anaplasma phagocytophilum - häufig ohne Symptome.
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Übertragung durch die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus).
Viszerale Form: Diese betrifft die inneren Organe wie Nieren, Leber, Milz und Darm. Symptome können Fieberschübe, Durchfälle, Trägheit, Appetitlosigkeit und Blutarmut sein.
Kutane Form: Diese Form betrifft hauptsächlich die Haut. Es zeigen sich schuppende, haarlose Stellen, zum Beispiel am Nasenrücken, den Ohrspitzen oder um die Augen. Außerdem kann es zu starkem Krallenwachstum kommen, verbunden mit entzündeten Krallenbetten. Wenn die Erkrankung unbehandelt bleibt, können sich die Hautveränderungen auf den ganzen Körper und die Pfoten ausbreiten.
Diagnose: Der Erreger kann direkt im Blut nachgewiesen werden. In serologischen Tests lassen sich Antikörper gegen Anaplasma-Bakterien nachweisen; mit einem PCR-Test ist auch der direkte Nachweis der Erreger-DNA im Blut möglich.
Vorbeugung: Am besten schützen Sie Ihren Hund durch die konsequente Anwendung von Zeckenschutzmitteln, die Zecken und andere blutsaugende Parasiten (z. B. Flöhe) zuverlässig abwehren.
Konnte sich bereits eine Zecke anheften, weil Sie noch keine repellierenden Mittel eingesetzt haben, können Sie durch die schnelle Entfernung das Risiko einer Infektion deutlich verringern.
